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"Die Weber von Augsburg"

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Das Ensemble

 

Von der Recherche zum Stück


Im Mai 2009 brachen  Harald Fuhrmann und Christiane Wiegand zusammen mit Mattes Herre und Oliver Simon und sechs Schauspielern vom Theater Augsburg in die Stadt auf, um ehemalige Textilarbeiter und -arbeiterinnen aus Weberei und Spinnerei, Meister, Ingenieure, Angestellte aus der Verwaltung und der Designabteilung sowie Führungskräfte zu treffen.

 


Mit dabei hatte das Ensemble kurze „Tischtheater“-Stücke, die es für die Zeitzeugen, um einen Tisch herum sitzend, spielte. Die kurzen, teilweise spekulativen Szenen warfen stets Fragen auf, aus denen sich sehr bewegende, unterhaltsame und aufschlussreiche Gespräche entsponnen. Die Zeitzeugen erzählten aus teilweise fünf Jahrzehnten Arbeit in der Textilfabrik von Erlebnissen, die sie damals bewegt haben oder bis heute nicht loslassen.

 


Der Textilfool (Mattes Herre)

 

Fragen wie: „Was hat die Textilindustrie für Sie zu etwas Besonderem gemacht? Wie sah Ihr erster Arbeitstag aus ? Wie war Ihr Verhältnis zu den ersten Gastarbeitern in Ihrem Betrieb? Wie haben Sie die Abwicklung Ihres Betriebs erlebt?“ führten zu spannenden Geschichten und zum Teil sehr gegensätzlichen Perspektiven.


Die Mitarbeiter des kurz vor der Einweihung stehenden Bayerischen Textil- und Industriemuseums unterstützten die Recherche nicht nur durch die Vermittlung von Zeitzeugen und die Bereitstellung von Archiv-Material. Sie öffneten auch die Tore ihrer Restaurierungs-Werkstatt, in der ehemalige Webmeister und Ingenieure dem Rechercheteam liebevoll die Besonderheiten der dort künftig ausgestellten Webmaschinen erklärten und live vorführten. Ein Werksbesuch bei der noch in Augsburg produzierenden Amann Group in Göggingen zeigte eindrucksvoll, wieviele Maschinen und wie wenig Menschen heutzutage in einem technisch hoch entwickelten Textilunternehmen arbeiten.

 

 

Der Meister und zwei Arbeiterinnen


Aus über 70 Stunden Gesprächsmaterial und Biografien von mehr als 20 ehemaligen „Textilern“ hat das Ensemble sieben Figuren frei entwickelt, die an verschiedenen Orten auf dem Gelände der ehemaligen Weberei am Mühlbach rückblickend von ihrer Arbeit und ihrem Leben erzählen. Sie alle verbindet, dass sie aus verschiedenen Gründen diese Zeit noch immer nicht vergessen können oder wollen.


Im Laufe des Abends werden im Aufeinandertreffen dieser Menschen ihre stärksten Erinnerungen noch einmal lebendig und mit ihnen die letzte große Blütezeit und der kurz darauf folgende Niedergang Augsburgs als Textilstadt.

 

Dilek (Christine Diensberg)