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Havanna-Berlin

„(un)heimliche Freiheit“ (Arbeitstitel)


Die >fliegenden fische> treffen auf die Theatergruppe „Espacio Teatral Aldaba“ aus Havanna (Kuba)


Zusammen mit der Theatergruppe Espacio Teatral Aldaba aus Havanna werden >die fliegenden fische> 2012 einen Theaterabend mit dem Arbeitstitel „(un)heimliche Freiheit“ entwickeln: Was bedeutet für mich Freiheit? Wo und wann bin ich frei? Für was würde ich kämpfen? Und was bedeutet überhaupt für mich: für etwas zu kämpfen“ ?

Ausgehend von dieser gemeinsamen Fragestellung beginnt der künstlerische Dialog mit dem kubanischen Ensemble. Beide Gruppen suchen parallel – in Havanna und Berlin – die Begegnung mit Menschen aus adäquaten Bevölkerungsschichten oder Berufsgruppen: z.B.: mit einem Matrose, einem Gefängniswärter, einer Erdnussverkäuferin in Havanna/einem Bratwurstverkäufer in Berlin, einem Santeria- Lehrmeister aus Havanna/einem Pfarrer aus Berlin, einer Lehrerin, einer Rentnerin, einem Polizisten, einem Politiker, einem in Kuba lebendem Deutschen/einem in Deutschland lebenden Kubaner...

Die Begegnungen werden von beiden Gruppen in Form von Geschichten und Interview-Zitaten festgehalten. Ein Teil der gesammelten Geschichten tauschen sie untereinander aus und entwickeln das Geschichtenmaterial zusammen mit jeweils einem Autor in szenischen Improvisationen auf der Bühne weiter.

So versetzen sich zum Beispiel die kubanischen Schauspieler in das Erlebnis des Mauerfalls hinein, während sich die deutschen Schauspieler mit dem Blick eines Kubaners auseinandersetzen, der mit 18 Jahren nicht als Soldat nach Angola gehen wollte und nach Auswegen suchen musste, um sich seine Freiheit zu bewahren.

Mit dem szenischen Material im Gepäck kommen beide Gruppen in einem einmonatigen Laboratorium in Berlin zusammen. Dort entwickeln sie die Szenen gemeinsamen weiter, um schließlich die Geschichten aus Havanna und Berlin so spannend miteinander zu verweben, dass ihre Figuren aus zwei Kontinenten und zwei unterschiedlichen Gesellschaftssystemen zu Reisenden zwischen den Welten und Zeiten werden.

Das kubanisch-deutsche Schauspielensemble begibt sich in der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft beider Länder auf eine gemeinsame Suche: nach dem Preis der Freiheit, dem Preis des Sozialismus, dem eigenen Stolz, den eigenen Idealen und Sehnsüchten, Gesellschaftsutopien und Werten.

Die Produktion wird im Studio des Gorkitheater im Herbst 2012 Premiere haben und danach auf eine Gastspielreise in Deutschland und Kuba gehen. Im Rahmen der Aufführungen finden Gesprächsrunden statt, in denen das deutsch-kubanische Ensemble den Austausch mit seinem Publikum sucht, um die Geschichten weiter zu entwickeln.

Eine Dokumentation des Kennenlern- und Austauschprozess zwischen beiden Gruppen, der in Form von Videobotschaften, e-mail Kontakt und Fotosammlungen der Produktion vorausging, begleitet in Form einer Wander-Ausstellung die Gastspiele.